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Brigitte, 36 Jahre
alt, war verzweifelt und depressiv, weil sie keine Kinder bekommen
konnte.
Brigittes Mutter kommt in die Praxis wegen eines ganz anderen Problems.
Bei dieser Gelegenheit erzählt sie mir von ihrer Tochter. Zusammen
haben wir dann überlegt, welches das Programm sein könnte,
das ihre Tochter daran hinderte, ein Kind zu bekommen. Wir fanden es
und ein Jahr später war Brigitte Mutter einer gesunden Tochter.
Brigittes Mutter selbst, eine pensionierte Hebamme, hatte mit 28 Jahren
eine sehr schlimme erste Geburt. „Seitdem war es so, als spürte
ich jedes Mal die Wehen in meinem Bauch, wenn ich eine in Wehen liegende
Frau betreute.“
Zehn Jahre später war sie dann aber doch erneut schwanger mit
Brigitte. Ich bemerkte, dass sie dann aber sicher große Angst
gehabt haben müsse. Sie antwortete: „Aber nein, mir blieb
gar keine Zeit dazu, mit Brigitte war es fast eine Sturzgeburt in der
34. Schwangerschaftswoche. Aber als ich sah, dass es ein Mädchen
war, habe ich nur gedacht: Aber um Gottes Willen kein Mädchen,
das das (eine Geburt) auch mitmachen muss!“
Brigitte war also dazu programmiert, kein Kind zur Welt zu bringen.
Tatsächlich war sie einige Male schwanger geworden, hatte aber
jedes Mal eine Fehlgeburt erlitten.
Niko, 8 Jahre alt, war hyperaktiv, immer in
Bewegung, er konnte nicht einen Moment stillsitzen…
Im 5. Schwangerschaftsmonat hatte Nikos Mutter die ersten Kindsbewegungen
gespürt. Doch dann hatte sie zwei Tage lang ihr Baby nicht mehr
wahrgenommen und es überkam sie eine Panik, es könnte mit
dem Baby etwas nicht stimmen (d.h. es könnte tot sein).
Sie eilte in die Klinik, wo man sofort eine Ultraschalluntersuchung
durchführte und gleich stand fest: Uff, es bewegt sich!
In dieser Sekunde speichert „der Computer“: Ich muss mich
bewegen, um sicher zu sein, dass ich noch lebe. Ich muss mich bewegen,
um meiner Mutter zu zeigen, dass ich noch lebe und dass alles in Ordnung
ist. Wenn meine Mutter sieht, dass ich mich bewege, ist sie beruhigt.
Inzwischen regte es die Mutter aber furchtbar auf, dass er immer in
Bewegung war…
Die Mutter und auch Niko selbst verstanden nun, dass der Sinn, der
ursprünglich hinter seiner Hyperaktivität stand, jetzt überhaupt
keinen Sinn mehr ergab, denn es war ihnen beiden natürlich klar,
dass er (weiter) leben würde, auch wenn er sich nicht ständig
bewegte.
Augenblicklich hat Niko seine Ruhe gefunden.
Gaby (31), Schuppenflechte, ausgebrochen nach
der Geburt ihres Sohnes (2). Lokalisation: Kopfhaut, besonders an den
Haaransätzen, Stirn,
Schläfen und Nacken.
Die äußere Hautschicht (Epidermis) reagiert bei einem Kontaktverlust
(Trennungsstress), da sie es ist, die uns über unsere Kontakte
mit anderen Personen und mit unserer Außenwelt informiert. Wenn
uns ein wichtiger Kontakt oder eine wichtige Berührung fehlt (z.B.
als Baby mit der Mutter), befinden wir uns in einer akuten biologischen
Stresssituation.
Die Lokalisation der Schuppenflechte am Kopf bedeutet, dass auch das
Thema „intellektuelle Fähigkeiten“ eine Rolle in der
Geschichte spielt.
Die Schuppenflechte sagt uns als Symptom, dass es sich um einen doppelten
Trennungskonflikt handeln muss (im Gegensatz zum Ekzem), wobei eine
der beiden Trennungen gelöst ist. Die Lösung der einen Trennung
unterhält hier aber gleichzeitig den noch verbleibenden Trennungskonflikt.
Es wäre zu lang, alle Trennungen und doppelte Trennungen aufzuzählen,
die in der Familie vorgekommen waren (z.B. hatten die Großeltern
väterlicherseits bereits Zwillingssöhne im Babyalter verloren).
Vor der Zeugung der Patientin hatten die Eltern auch Zwillingssöhne
verloren, sie waren damals nach 6 Monaten Schwangerschaft auf die Welt
gekommen. Der eine hatte zwei und der andere vier Tage gelebt. Doppelte
Trennung also, die nach Ansicht der Eltern von dem behandelnden Arzt
hätte verhindert werden können. Es war – ihrer Meinung
nach - nach einem Ärztefehler zur Frühgeburt gekommen. Schuld
hatte der „Intellektuelle“, auf den sie vertraut hatten.
Als die Patientin auf die Welt kommt, ist ein Baby da, und biologisch
ist eine der zwei Trennungen gelöst. Aber die Tatsache ein Baby
in den Armen zu halten, erinnert auch gleichzeitig immer wieder daran,
dass man deren schon einmal zwei hatte und verlor.
Die Patientin selbst hatte eine Abtreibung machen lassen und erlebt
praktisch einige Jahre später, bei der Geburt ihres Sohnes, eine
Lösung dieses Verlustes, wobei ihr Baby ihr nun auch gleichzeitig
immer wieder die Trennung von dem abgetriebenen Baby vor Augen führt.
Bevor sie ihren späteren Ehemann kennen lernte, hatte die Patientin
eine andere Beziehung. Dieser Student enttäuschte sie sehr (Trennung),
bei dieser Gelegenheit hatte sie sich geschworen: Nie mehr einen Intellektuellen!
(Dieser Student kam aus demselben Dorf wie der behandelnde Arzt damals,
das wusste die Patienten aber nicht, bis ich es ihr sagte.)
Ihr Mann ist einfacher Arbeiter. Er hatte sich auch einmal kurz von
ihr getrennt, war aber wieder schnell zu ihr zurückgekehrt.
Wie alle Psoriasis-Patienten fühlte sie sich ständig zwischen
zwei hin und her gerissen, z.B. wollte sie für ihr Kind da sein,
aber gleichzeitig konnte sie ihre ehemalige Chefin, die sie bat, für
eine kranke Mitarbeiterin einzuspringen, nur schwer im Stich lassen.
Am liebsten würde man an beiden Stellen auf einmal sein, sich
aufteilen können, und da dies unmöglich ist, ist man ständig
im Konflikt: Auf der Arbeit hätte sie ein schlechtes Gewissen
gehabt, nicht bei ihrem Sohn zu sein. Zu Hause bei ihrem Sohn tat es
ihr leid, die Chefin im Stich zu lassen…
Die Lösung besteht darin, zu verstehen und zu akzeptieren, dass
man nicht alles auf einmal haben kann und dass alles zu seiner Zeit
möglich ist, aber eben nicht gleichzeitig, dass man das, was man
tut, mit vollem Herzen tun sollte, und dass man dort, wo man ist, mit
vollem Herzen sein sollte, anstatt immer dem nachzuhängen, was
man in diesem Augenblick nicht tun oder haben kann.
Nachdem die Patientin dieses Prinzip erkennen und anwenden konnte,
verschwand ihre Schuppenflechte.
(Weitere Beispiele finden Sie in den Publikationen.) |
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