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Versuchen wir
die Farbenblindheit zu verstehen und zu heilen!
Ja, Sie haben richtig gelesen, die genetisch bedingte Farbenblindheit ist absolut
heilbar!
Wie vor jeder Krankheit fragen wir uns: welches ist das Symptom und wozu dient
es?
Das Symptom: Unfähigkeit, bestimmte Farben (richtig) zu erkennen. Die Augen
(als Sinnesorgane) sind nicht krank, aber das Bild der Farbe wird im Gehirn nicht
richtig interpretiert.
In der Therapie müssen wir also finden, welches Interesse der Patient daran
hat, gewisse Farben nicht zu „sehen“.
Es kann nur ein Interesse da sein: Diese Farbe ist im Komputer Gehirn mit etwas
Negativem, etwas Gefährlichem oder ungeheuren Stress Auslösendem assoziiert,
und dieser Stress muss mit allen Mitteln verhindert werden.
Beispiel:
Jonas, 8 Jahre alt, Ex-Farbenblinder.
Jonas kommt mit seiner Mutter zu mir, nachdem diese zunächst mit ihrer jüngeren
Tochter bei mir war und an Hand ihrer Heilung verstanden hatte, wie die Biologie
funktioniert. Bei der Gelegenheit hatte sie mir von ihrem Ältesten erzählt.
Sie war also sehr offen und sehr optimistisch als ich ihr vorgeschlagen hatte
auch Jonas‘ Farbenblinheit zu ergründen.
Zunächst musste ich ihn testen, um zu wissen, welche Farben er nicht erkennen
konnte. Jedesmal, wenn ich ihm dunkelblau, violett, dunkelgrau und alle ähnlichen
Farbtöne zeigte, so wie bei allen Rot- und Brauntönen sagte er „weiß ich
nicht“.
Wenn ich ihm orange zeigte, sagte er ganz klar „das ist hellgrün“.
Zeigte ich ihm aber hellgrün, sagte er wiederum „weiß ich nicht“.
Wir haben genau zwei Stunden gebraucht, um seine Farbenblindheit
zu verstehen
und zu „deprogrammieren“. Nach der Sitzung war Jonas fähig,
alle Farben korrekt zu benennen, auch wenn er sie vorher nie „gesehen“ hatte.
(Es hat mich selbst sehr verblüfft, ganz spontan sagte er z.B. „das
ist violett“.)
Jonas‘ Eltern hatten sehr jung geheiratet. Sie hatten geplant, zunächst
beide voll zu arbeiten, Geld zu verdienen und ein Haus zu bauen. Als die Mutter
30 war, war der Moment gekommen, wo sie sich ein Kind wünschten. Sie setzte
die Pille ab und konnte aber so schnell nicht schwanger werden. Während
zwei Jahren klappte es nicht und ihre Angst, keine Kinder zu bekommen wuchs mit
jeder Monatsregel. Jedes Mal wenn sie wieder ihre Monatsblutung (braun-rot) bekam
bedeutete das für sie, dass sie wieder nicht schwanger war.
Es war natürlich nicht das Blut, das den Stress verursachte, es ist ja durchaus
normal, dass eine Frau einmal im Monat blutet, sondern das, was es bedeutete,
wenn sie wieder Blut sah (die Interpretation der Farbe, die sie sah): wieder
nicht geklappt.
Dann fanden wir heraus, dass die Mutter, die Großmutter mütterlicherseits
und auch schon deren Mutter Frauen waren, die furchtbare Angst vor Gewitter hatten.
Die Farben des Himmels, die das Gewitter ankündigen, sind dunkelblau, violett
und alle dunklen Grautöne ...
Jonas hatte die Information in seinem Gehirn, dass mit diesen Farben eine große
Gefahr verbunden war. Wir haben in der Sitzung allerdings kein konkretes Geschehnis
in der Familie ausmachen können, das diese Panik erklärt hätte,
wie zum Beispiel Blitzeinschlag mit einem Hausbrand, oder dass einmal jemand
vom Blitz erschlagen worden wäre.
Das interessanteste Phänomen war das Verwechseln der Farbe orange mit hellgrün
und die Unfähigkeit die Farbe hellgrün zu erkennen. Zunächst fanden
wir nichts, was uns eine Erklärung dafür hätte geben können.
Da haben wir auf den kinesiologischen Test zurückgegriffen, um die Person
aus der Familie bestimmen zu können, die ihm diese Information Zukommen
ließ: Jonas‘ Großmutter mütterlicherseits. Frage an Jonas
Mutter: Was hat denn die Mutter als großen Stress in ihrem Leben erlebt?
Dann fiel der Groschen: Die Großmutter wäre gern Schneiderin geworden,
sie konnte diesen Beruf aber nicht erlernen, da sie auf dem elterlichen Bauernhof
gebraucht wurde, sie musste auf den Feldern arbeiten. Sie hatte sich einmal eine
orangenfarbene Schürze genäht, die sie auch viel später immer
noch gerne trug, und bei dieser Gelegenheit sagte sie immer, dass sie die Schürze
selbst genäht hätte und wie gerne sie das Handwerk der Schneiderin
erlernt hätte.
Das Orange entsprach also dem Stress des nicht verwirklichten Traums, und das
Hellgrün war die Farbe der Felder, die sie statt dessen sehen musste. Auf
den Feldern arbeiten war für sie furchtbar, wie oft hat sie dort vielleicht
geweint ... Es wäre also besser gewesen, wenn man diese Farbe nicht hätte
sehen müssen.
Diese verschiedenen Punkte haben wir Jonas dann erklärt, damit er versteht,
dass seine Farbenblindheit eine Lösung für diese Stressituationen (Blut,
Gewitter, Beruf) ist, Stressituationen, die ihm aber in
keinster Weise gehören.
Er hat dann verstanden, dass er jetzt sehr wohl all diese Farben, sehen, anschauen
und sogar bewundern kann ohne in dem Moment mit dem Stress seiner Vorfahren konfrontiert
zu sein.
Für ihn war klar, dass er nicht jedesmal, wenn er blau oder dunkelgrau sieht
(an seinen Kleidern oder in einem Bild z.B.) ein Gewitter befürchten muss,
und dass jeder rote (braune) Fleck Blut ist, dass bedeuten würde, dass er
immer noch nicht existiert und dass seine Mutter immer noch traurig ist und befürchtet,
nie Kinder zu bekommen.
Er hat auch verstanden, dass er später den Beruf lernen kann und darf, der
ihm gefallen wird, was die Mutter ihm natürlich sofort bestätigte.
Jonas ist ein Kind, und die Kinder nehmen und verstehen die Dinge (die Logik
ihrer Krankheit) sehr schnell, ohne Barrieren und unnötige Fragen.
Vielleicht ist er auch gesund geworden, weil er vorher gar nicht realisiert hatte,
was er da für eine unheilbare und genetisch bedingte Krankheit hatte.
Die Erwachsenen müssten sich manchmal auch wie ein Kind verhalten, um schneller
gesund zu werden. |
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